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 Smile (Agnus Day)

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AutorNachricht
Agnus
Agnus

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BeitragThema: Smile (Agnus Day)
Smile (Agnus Day) Icon_minitime1Di 23 Jul 2019 - 23:53
#262722


      
Agnus Day





      
Agnus Day

      
Smile

      
28

      
4. September

      
Mensch

      
Männlich


      
Erscheinungsbild

      

       Aussehen:
Unter seiner Kleidung und der Maske ist Smile ein äußerst großer (2,63m) muskulöser Mann mit leicht gebräunter Hautfarbe und sehr eckigen und markanten Gesichtszügen. Seine Augen reichen von einem tiefen Rot in der Dunkelheit zu einer leichten Pfirsichfarbe im Sonnenlicht, seine Haare reichen ihm ungefähr bis zur Nasenspitze und sind fast komplett weiß, nur ein kleiner blonder Hauch an Farbe ist zurückgeblieben.
Das wohl Auffälligste an Smile ist die namengebende Wunde auf seiner linken Wange, die einen großen Teil seiner Zähne und des Kiefers preisgibt und ihm dauerhaft den Ausdruck gibt, als würde er auf grausame Art und Weise lächeln. Man könnte sich nicht mehr irren, im Gegenteil, seine andere Gesichtshälfte hebt den Mundwinkel nicht auch nur einen halben Zentimeter, egal, was die Umstände sind. Neben dieser Narbe trägt Smile Dutzende weitere am ganzen Körper verteilt, die in der Misshandlung seiner Kindheit oder dem Agententraining entstanden sind.
Ansonsten hängt um seinen Hals ein Symbol, das einen Kreis mit vier Strichen darstellt, einer an jeder Seite des Kreises. Dieses Symbol ist Zeichen seiner religiösen Überzeugungen.
Tätowierungen oder weitere Auffälligkeiten hat er nicht.
Smiles Haltung ist immer gespannt, der Kopf ist erhoben, der Körper bereit, jederzeit zur Verteidigung oder zum Angriff zu wechseln.
Das unheimliche Grinsen, der sonst starre, emotionslose Ausdruck, die starre Haltung, die Größe und der stechende Blick machen das Gegenüberstehen mit Smile somit zu einer sehr unbehaglichen, für viele sogar furchterregenden Begegnung.

      Besondere Merkmale:
Sowohl die roten Augen als auch die Narbe auf der linken Wange sind die größten Auffälligkeiten bei Smile.

      Kleidung:
Die meisten Menschen, die das unfreiwillige Vergnügen haben, auf Smile zu treffen, werden nicht viel von ihm sehen. Wie jedes Mitglied der Weltregierung ist er einem gewissen Dresscode unterlegen. Er trägt ausschließlich Anzug, meist einen Dreiteiler, Krawatte, Handschuhe, Oxforder an den Füßen, eine Melone auf dem Kopf und oft auch einen Mantel darüber.
Am markantesten ist aber die Maske, die er über sein Gesicht gezogen hat. Eine Smiley-Maske in weißer Farbe, die mit schwarzem Stoff gefüttert ist, der über den kompletten Kopf gezogen wird und so auch Haare und Ohren verdeckt.
Diese Kleiderordnung ist inzwischen Teil des Wesenszuges von Smile geworden, Freizeitkleidung existiert nicht, in extremen Fällen zieht er Mantel, Weste und Maske ab, letzteres nur auf dem Schiff oder in der Basis der Cipherpol und auch dann nur selten.
Als Mitglied der Weltregierung sind weiß und blau die naheliegendsten Farben, doch überraschenderweise zeigt Smile hier oft experimentellen Willen und kombiniert das Weiß mit kraftvollen Farbtönen wie orange, rot, violett oder petrol, komplementiert sie oder findet passende Schattierungen.
Diese Kleidung ist immer makellos sauber, faltenfrei und nach den Regeln der Gentleman geschnitten, maßgeschneidert, nicht zu weit und nicht zu eng.
 

      Bilder:

Ohne Maske:
 

Seitenansicht:
 



      


      
Persönlichkeit

      


      Charakter:
Die Lebensgeschichte von Agnus Day, der nur mehr unter dem Codenamen Smile bekannt ist, hat ihn zu der verschlossenen, kaltblütigen Persönlichkeit werden lassen, die er nun ist. Smile ist ein gewordener Psychopath. Wo früher Mitgefühl, Empathie und Gemeinschaftsgefühl saßen, wurde der Boden zubetoniert und eine Arena der Gleichgültigkeit darüber errichtet.
Das heißt nicht, dass er diese Gefühle nicht mehr hat, sondern dass er über sein ganzes Leben hinweg gelernt hat, diese fast völlig zu ignorieren.
Das macht ihn zu einem beinahe perfekten Werkzeug, das seine Aufträge ohne Gewissensbisse oder andere Gefühlsprobleme ausführt.
Sein Zugang zu Menschen ist dafür aber nicht vorhanden, Smile interessiert sich nicht für die Persönlichkeit eines Menschen, ihre Ziele, Träume oder Probleme, soziale Interaktion mit ihm wird meistens durch Schweigen weggewischt, wenn es keine rationale Notwendigkeit hat.
Um dieses Leben vor sich selbst rechtfertigen zu können, hat Smile sich dafür der Religion zugewandt. Er betet zwar nicht auf den Knien in Kirchen oder dergleichen, doch tut er Buße, geißelt sich selbst und bittet so um Vergebung und die Kraft, seine Existenz bis zur Erfüllung fortzuführen. Auch seinen Feinden gibt er diese Form der Buße, bevor er seinen Auftrag in finaler Manier ausführt, denn jeder muss für ihn die Möglichkeit haben, Vergebung für seine Taten zu finden. Dabei ist es ihm egal, wer diese Person ist oder welcher Fraktion er angehört, ob Piraten, Revolutionäre oder Mitglieder der Weltregierung, die seinen Vorgesetzten nach zur Belastung geworden sind.
Doch trotz all der perfekten Fassade finden sich auch Schlupflöcher. In extremen Fällen ist es auch für Smile nicht möglich, seine Fassung aufrechtzuhalten, der Grund dafür muss aber außergewöhnlich sein; es müssten Informationen zu seiner Schwester sein, den ehemaligen Waisenkindern aus Port Brink, etwa Niji, oder seine Weltsicht müsste empfindlich angegriffen werden. Die Geschichte von Smile ist also noch nicht vorbei und ob er die Reste seiner Menschlichkeit behalten kann oder nicht, wissen momentan nur die Sterne.
Aber jetzt, zu diesem Zeitpunkt, ist Smile eines: gefährlich. Denn er ist ein Psychopath, nicht von Geburt her. Aus Überzeugung.

      Ziele:
Das große Ziel, das Smile zurzeit verfolgt, ist es, seine Rolle zu spielen, die ihm so von Gott zugeteilt wurde. Insgeheim hofft er für eine Belohnung, ein wenig Gerechtigkeit, für das Leben aus Schmerz und Verrat, in das er hineingeworfen wurde.
Gleichzeitig ist er sich bewusst, dass seine Taten ebenso verwerflich und grauenvoll sind wie jene, unter denen er leiden musste und dass er nur ein kleines Rad in einem ewigen Kreislauf ist. Er ist also zerrissen, aber zu sehr festgefahren, um sich noch von allein freizugraben.
Unterschwellig würde er aber auch immer noch gerne wissen, was aus seiner Schwester und den Kindern des Waisenhauses, vor allem Niji, geworden ist.
       
      Vorlieben:
Es ist sehr schwer, in der Miene von Smile zu lesen, ob es denn überhaupt etwas gibt, wofür er eine Vorliebe teilt. Doch wenn man sehr genau aufpasst, findet man Abweichungen in seinem Verhalten, Anomalien, die ein wenig Charakter durchscheinen lassen:
 - Stille
- Regen
- Scharfes Essen
- Das Zusammenstellen seiner Garderobe
- Vollmondnächte
- Lyrik
 
      Abneigungen:
- Menschliche Nähe
- Hunde
- Schwarzbrot
- Volksmusik
- Alkohol

      Stärken:
- Formel 6 (Tekkai gut, Shigan mittelmäßig, Soru mittelmäßig)
- Haki (Observationshaki gut, Rüstungshaki mittelmäßig)
- übermenschliche Stärke
- Absolut rational
- Eiserner Wille
- Keine Emotionen

      Schwächen:
- Benachteiligt im Kampf gegen Waffen, besonders Schnittwaffen, die sein Haki und Eisenpanzer durchdringen, können tödlich für ihn sein, da er sich stark auf sie verlässt
- Neigt zur Selbstüberschätzung
- Eingeschränktes Sichtfeld mit Maske
- Keine Emotionen
- Keinerlei soziale Kompetenzen, kann also nicht lügen, nicht schauspielern, sich nicht verstellen
- Gibt Opfern die Möglichkeit, Beichte abzulegen (Möglichkeit zur Flucht)
- Sollte ein wunder Punkt seiner Psyche getroffen werden, kann das verheerende Auswirkungen haben, etwa zum Tobsuchtanfall oder dem völligen Versteinern führen
      


      
Kampfdaten

      

      Teufelskraft:
-

      Waffen:
Körper:
Die einzige Waffe, mit der Smile je zu kämpfen gelernt hat, ist sein Körper, den er seit seiner Kindheit trainiert hat. Er ist ausdauernd, athletisch, kraftvoll und agil.
 
Formel 6:
Zusätzlich ist er ein Anwender der Formel 6 und beherrscht die Fingerpistole, den Eisenpanzer und die Rasur. So besitzt er also eine Fähigkeit zum Angriff, eine zur Verteidigung und eine zur Bewegung, wobei diese Einteilung nur eine grobe Richtlinie ist.
 
Haki:
Zuletzt beherrscht Smile noch das Rüstungs- und Observationshaki. Das Rüstungshaki hilft ihm natürlich gegen Logianutzer und verstärkt darüber hinaus die Nützlichkeit seines Eisenpanzers, während das Observationshaki eine besondere Spezialität von Smile ist, der durch seine emotionslose Art nicht aus der Ruhe gebracht wird und das Haki mit vollem Nutzen anwenden kann.

      Kampfverhalten:
Smile wird durch seinen fast ausschließlich rationalen Charakter im Kampf durch Logik bewegt. Er lässt sich nicht reizen, zu Dummheiten bewegen und ist durch seine leicht paranoide Ader doppelt vorsichtig, wenn er eine Falle wittert.
Seine körperliche Überlegenheit ist der Trumpf in seinem Stil. Jeder Teil seines Körpers kann als Waffe dienen. Damit ist Smile natürlich augenscheinlich an den Nahkampf gebunden und dort auch bestimmt stärker, doch gibt ihm insbesondere die Kraft der Formel 6 genügend Möglichkeiten, auch auf Distanz wirksam zu werden oder diese schnell zu überbrücken.
Durch seine reiche Ausbildung beherrscht er viele gängige Kampfkünste, die er zu einem eigenen Mischmasch zusammenfügt, der sich je nach Situation gekonnt ändern kann.
Der Gegner ist viel größer und stärker als Smile? Smile wird ausweichen und nach Schwachpunkten suchen, die Kraft des Feindes gekonnt auf ihn selbst zurücklenken oder versuchen, ihn zu erschöpfen.
Der Gegner ist agil, aber vielleicht zu sehr von sich überzeugt? Smile wird ihm eine Falle stellen und ihn bewegungsunfähig machen.
Der Gegner ist körperlich in jeder Hinsicht überlegen? Es gibt andere Möglichkeiten, jemanden zu Fall zu bringen. Hat er vielleicht Skrupel, unschuldige Zivilsten zu verletzen? Smile nämlich nicht damit, Geißeln oder lebende Schutzschilde zu nehmen.
Smile ist also ein fähiger Allrounder im Kampf, der versucht, seinem Gegner durch seine gefühlskalte Art einen Schritt voraus zu sein und dabei jedes ihm zur Verfügung stehende Mittel einsetzen wird.


     Angriffstechniken:
Angriffsstufe 1 / Updates 0
Angriffsstufe 2 / Updates 0
 
4/6 Angriffe
 
Dai Dageki/Schwerer Schlag (Haki +ggf. Formel 6)
Smile nutzt sein Rüstungshaki, um seinen Feind mit einem besonders starken Schlag niederzustrecken. Oft verwendet er es in Kombination seiner Rasur oder des Eisenpanzers
 
Hebīkikku/Schwerer Tritt (Haki +ggf. Formel 6)
Gleiches wie der schwere Schlag, nur mit einem Tritt
 
Shigan/Fingerpistole -Formel 6 (+ggf. Haki)
Smile sticht so schnell mit seinem ausgestreckten Zeigefinger zu, dass er eine Verletzung hinterlässt, die einer Schusswunde ähnelt. Mit Rüstungshaki verbunden, wird der Angriff umso verheerender.
 
Kankyo Tatakai/ Umgebungskampf
Smile nimmt einen genauen Blick auf seine Umgebung und zieht diese in seinen Angriff mit ein. Er kann Gegenstände auf seinen Gegner werfen, ihm Sand in die Augen werfen und ihn dann im Nahkampf angreifen oder ein Haus über ihm zum Einsturz bringen, was auch immer am besten funktioniert
 
      


      
Weltliche Daten

      

      Gruppe:
Weltregierung

      Rang:
Agent

      Beruf:
Geheimagent zur Beschaffung von Informationen und der Eliminierung ausgewählter Ziele

      Kopfgeld:
-

      Crew / Einheit:
Noch keine

      Schiff:
Noch keines
      


      
Vergangenheit

      

Um einen Menschen –nein, ein Wesen– wie Smile zu erschaffen, muss das Universum in einer ganz bestimmten Konstellation stehen und die sich ewig im Kreis ihre Bahnen ziehenden Zufälle zu einer genauen Abfolge fataler Episoden zusammenbinden. Und genau so war es damals geschehen.
In den ersten Septembertagen vor 32 Jahren standen der Mars und die Venus auf gerader Linie zur Sonne, die im Zeichen der Jungfrau aufgegangen war und lockten mit Glück und Ehrgeiz. Uranus versteckte sich hinter Jupiter, der all seine herrische Kraft erstrahlen ließ. Ein kleines Sommergewitter zog gerade über die Bucht von Las Camp im Westblue, das die Fenstergläser klirren und die Möbel zittern ließ. Im Haus des Aszendenten stieg der Skorpion auf, der das kleine, noch unscheinbar wirkende Kind in den Armen seiner Mutter einfühlsam und neugierig stimmen würde. Zumindest eine Zeit lang.
Ein paar frische Schweißperlen rannen der jungen Frau über die Stirn, die voller Glückseligkeit das neue Leben hin und her wiegte, während die Hebamme ihre Utensilien wieder in der kleinen Tragetasche verstaute. Der Vater des Kindes war in dieser kleinen stillen Utopie nicht zu erspähen und wenn er es wäre, so hätte diese ein jähes Ende gefunden. Doch bevor über Marcus Day gesprochen werden kann und seine Rolle in dieser ganzen verzwickten und gewundenen Geschichte, braucht das kleine Bündel noch einen Namen. Mutter Leah hatte schon lange darüber nachgedacht, sich selbst den Kopf zerbrochen, um eine Eingebung gebetet, Ratschläge von Freunden und den eigenen Eltern angehört. So eine Entscheidung sollte doch nicht leicht getroffen sein, schließlich bleibt einem sein Name bis zum Ende des Lebens.
Und nach und nach war in ihr die Überzeugung herangereift, dass es Lukas war, der Name, den ihr Sohn tragen sollte. Doch eben, als sie ihren Mund öffnen und diesen Namen dem kleinen Wunder, das ihren Daumen mit allen zehn klitzekleinen Fingern umklammert hielt, aussprechen wollte, hatte sie eine Eingebung.
Sie selbst würde den Rest ihres Lebens glauben, dass ihre Gebete erhört wurden und es sich um eine Vision handelte, denn wie aus dem Nichts kam eine Erinnerung in ihrer Kindheit hoch. Vorher ist zu sagen, dass ihre Eltern einfache Bauern gewesen waren, doch war ihre Kindheit trotz manch schwerer Arbeit herzlich und liebenswert gewesen, denn bei ihrer Geburt hatte ihr der Merkur das Versprechen einer geborgenen Kindheit mitgegeben. Ihr Vater nahm sie von früh auf mit, wenn er seine Schafherde hütete und als sie später alt genug war, so passte sie allein auf sie auf. Viele mögen an eine fürchterlich langweilige, zweitweise anstrengende Arbeit denken, doch Leah liebte es, den Schafen zuzusehen, mit ihnen zu spielen und herumzutollen, besonders mit den jungen Lämmern.
Eines davon war Lilly. Sie hatte voller Wunder die Geburt des Lämmchens beobachtet und sich sofort verliebt, als es das erste Mal zu ihr aufgesehen hatte.
Genau so sah sie auch Lukas an, nur merkte sie, dass er kein Lukas war. Er war wie ein Lamm.
„Agnus,“ hauchte Leah. Ein tiefer Donner rollte als Zeichen der Zustimmung durch den Raum. Damit hatte das Universum sein erstes kleines Zeichen auf dem Jungen hinterlassen. Und auch wenn niemand, der ihn dort seelig an der kleinen Faust nuckelnd gesehen hätte, jemals ahnen würde, zu was er werden würde, so war die Saat von Smile genau in diesem Moment bereits gesät worden. Mit den Jahren sollte sie gut gewässert werden.


Nun hat Agnus Day seinen Namen. Ein prachtvolles kleines Wesen, der Stolz der Mutter und zu Beginn auch noch des Vaters. Fast wirkte es, als könne er es nicht erwarten, endlich auf den Füßen zu stehen und als er es schaffte, war die Nachbarschaft vor ihm nicht mehr sicher. Nicht ganz zwei Jahre später bekam auch seine Schwester einen. Man könnte meinen, seine Mutter hätte ihre Vision nie losgelassen, denn sie nannte ihre Tochter Lilly. Doch das Warum ist viel tragischer und lässt sich nur erklären, wenn man ein wenig weiter ausholt, den in den Schatten stehenden Vater Marcus Day in das Zentrum des Geschehens schiebt und die Geschichte von der Insel Las Camp. Dise ist seit langer Zeit dieser nämlich für ihre kriminellen Organisationen bekannt und den Unterweltfamilien, die sich die Insel in ihrer Herrschaft untereinander aufteilen. Kaum ein Bürger dieser und den benachbarten Inseln arbeitet Zeit seines Lebens nicht auf irgendeine Weise direkt oder indirekt für eine dieser Familien und Marcus Day war dabei keine Ausnahme. Doch Marcus war Opportunist und Opportunisten können es in solch einer Umgebung mit den richtigen Freunden und etwas Glück weit bringen. Marcus hatte aber nichts von beidem.
Zu tief in der Vergangenheit von Marcus zu graben, ist jedoch nicht Teil dieser Geschichte, sondern eine eigene; welche Schicksalsschläge, Planetenkonstellationen oder Naturphänomene es prophezeit hatten, Marcus wurde nach und nach der erste, große Antagonist dieses Stücks. Das hatte viele Gründe, doch ein paar stechen heraus.
Wie erwähnt, war Marcus immer praktisch veranlagt; was ihm half, weiterzukommen, wurde in die Wege geleitet. Leah Day hatte ihn bereits so kennengelernt, ein strebsamer junger Mann, der wusste, was er wollte und nicht scheute, das Nötige zu tun, um es zu bekommen. Als er sie wollte, dauerte es nicht lange, bis sie ihrem Charme erlag und in seine starken Arme floss.
Jenseits der Familie hielt sich Marcus für einen genialen Geschäftsmann, einem Da Vinci der Wirtschaft, dem Sokrates der Verhandlung. Ungelogen, aus seinem Elternhaus hatte er kein großes Kapital erhalten und schaffte es dennoch, in frühen Jahren eine respektable Firma aufzubauen. Als Sohn eines Bootsbauers machte er sich einen Teil des gesammelten Wissens zunutze und spezialisierte sich auf die Lieferung von Waren aller Art innerhalb des gesamten West Blues, indem er eine kleine Flotte an wendigen Zweimastern aufbaute. Der Plan ging auf und während die oft größeren Handelsschiffe Opfer von Piraten und der Mafia wurden, entkamen Marcus‘ Schiffe oft genug unbeschadet, um einen respektablen Profit einzubringen.
Natürlich war er nicht so ahnungslos, als dass er nicht wusste, dass man nicht auf ihn aufmerksam wurde und als schließlich die Familie Belsanto, die über Las Camp herrschte, ihn auf ihr Anwesen einlud, hatte er schon ein würdiges Geschenk eingepackt und, vor allem, einen profitablen Geschäftsplan vorzuweisen.
Folgend fuhren seine Schiffe weiterhin von Insel zu Insel, dieses Mal aber mit versteckten Waren Belsantos und mit ihrem Schutz. Diese Phase des Erfolgs erfolgte ungefähr zur Zeit von Agnus‘ Geburt.
Schließlich verkalkulierte sich Marcus aber. Er pokerte zu hoch, als er begann, für mehrere Familien gleichzeitig Waren zu schmuggeln. Alles, was es benötigte, war ein Unwetter zur falschen Zeit am falschen Ort, die den Kapitän eines seiner Schiffe in das falsche Territorium auszuweichen zwang, ein Marineschiff, deren Kompass leicht beschädigt war und sie um nur 3° vom Kurs abkommen ließ und schließlich einen Maulwurf auf diesem Schiff, der die Ware einer fremden Familie auf dem beschlagnahmten Schiff schnell dem Vater der Belsantos mitteilte. Als Außenstehender ohne wirkliche Freunde in der Familie gab es für ihn keine 2. Chance. Wäre es einfacher gewesen, Markus hätte wohl die Geburt seiner Tochter nicht miterlebt, was rückblickend vielleicht besser gewesen wäre. So wurde er aber als Sündenbock der Marine übergeben und landete für drei Jahre auf einer Galeere zur Zwangsarbeit.
Viel mehr muss man dazu nicht erzählen, jeder kann sich vorstellen, was diese drei Jahre kosteten.
Und genau hier findet sich auch die Erklärung von Lilys Namen, einem Namen aus einer Erinnerung. Einer Erinnerung, die Leah an eine einfache, behütete Zeit zurückerinnerte und die sie so gerne zurückholen wollte. Doch so tragisch es auch war, Merkurs Versprechen war erfüllt und der Rest ihrer Zukunft würde leer und sternenlos sein.

Doch Agnus und Lily bekamen nicht mit, wie sich dieser perfekte Sturm langsam zusammenbraute. Wie alle Kinder liebten sie ihren Vater und vermissten ihn anfangs bitterlich, doch war die Bande zwischen ihnen nicht besonders stark geknüpft und Marcus hatte die Erziehung von Beginn an seiner Frau zugedacht, er musste ja ein Imperium errichten.
So war für sie nach ein paar Monaten wieder Normalität eingekehrt: Agnus machte die Nachbarschaft unsicher und zog mit seiner offenen Art Spielkameraden beider Geschlechter an, auch deren Eltern, welche die Geschichte des Vaters kannten, konnten die Fehler des Vaters nicht auf das unschuldige Kind ummünzen und so waren diese Jahre voll von Freundschaft und Kinderlachen. Auch in die Rolle des großen Bruders wuchs Agnus hinein, dafür sorgte Mutter Leah. Denn mit ihrem Mann war auch ein großer Teil Sicherheit aus ihrem Leben verschwunden, die beiden Kinder waren das Einzige, was sie noch besaß. Also hütete sie sie wie ihre Augäpfel, breitete ihre Schwingen über die beiden, sobald sie den Hauch von Gefahr sah und ließ Agnus jedes Mal auf Lily aufpassen, wenn sie nicht in der Nähe war. Auch in die Kirche nahm sie die beiden regelmäßig mit, wo sie um die sichere Rückkehr ihres Mannes und der glücklichen Zeiten.
Als Marcus zurückkam, war seine Flotte in der Hand der Mafia-Familie, jeder Versuch, etwas Neues aufzubauen, scheiterte, niemand wollte mit oder für jemanden arbeiten, der in der Missgunst mehr als eines Unterweltbosses stand.
Doch seine Familie war noch da, sein nun fünfjähriger Sohn, die schon herumtollende, dreijährige Tochter und die um seine Heimkehr betende, fromme Ehefrau. Die Ehefrau, die er in seiner Dummheit geheiratet hatte! Hätte er doch eine Frau aus feinem Haus genommen, mit Geld und Macht! Oder noch besser, eine Frau aus der Familie, dann hätte ihn niemand von denen so behandelt! Diese Gedanken hatte er sich in den Jahren Stück für Stück in den Kopf gerudert, mit jedem Mal Hieven kehrten sie wieder und nun flossen sie mit dem Alkohol, dem er sich voll und ganz hingab, umso einfacher hinunter.
Natürlich fing er an, sie zu prügeln. Nicht nur Leah, auch die Kinder waren schuld, würden sie ihm nicht die Haare vom Kopf fressen, könnte er ein neues Geschäft öffnen, weit weg vom West Blue!
Für ihn hatten sie jeden Hieb verdient. Leah ertrug es mit fast fanatischem Glauben, dass es sich um einen Test handelte, den sie und die Kinder zu ertragen hatten. Agnus und Lilly blieb nichts anderes übrig, als es ebenfalls zu ertragen, in einer Mischung aus Angst, die sie an Ort und Stelle erstarren ließ und den letzten flüchtigen Glühwürmchenfunken an Liebe zu ihrer Familie.
 
So verging Zeit, ein paar Monate, ein Jahr, zwei Jahre und Narben häuften sich, Blutergüsse kommen und gingen, die man zu verstecken versuchte und Knochenbrüche verheilten. Freunde trennten den Kontakt, Bekannte taten so, als würden sie es nicht sehen. Niemand tat etwas; ein wenig waren sie also alle Schuld, diese ganze Insel. Doch war es letztendlich Markus, der das Messer hielt.
Natürlich hatte er wieder zu viel getrunken. Natürlich fand er einen Grund, Leah in die Brust zu schlagen und ihr ein paar Rippen anzubrechen. Nichts Ungewöhnliches.
Doch irgendwie war er an diesem Tag ungehaltener. Es hätte vielleicht jeder andere Tag auch sein können, aber es war nun eben dieser; und als er dann den kleinen Jungen sah, der ihn von einem Türspalt aus ansah, eine Mischung aus Angst und aufkeimenden Hass in den Augen, wurde ein Schalter umgelegt, eine Tür geöffnet, die nicht mehr geschlossen werden konnte. Er hielt einen Augenblick inne, sah vom Gesicht des Jungen hinab zu den seiner Frau, deren Augen weit aufgerissen waren, in denen sich die gleichen Gefühle des Kindes widerspiegelten. Wieso schauten sie ihn mit diesen Gesichtern an? Wieso freute sich niemand mehr, ihn zu sehen? Wann hatte er das letzte Mal ein Lächeln gesehen, das ihm gegolten hatte?
Der Dolch, den er immer dabeihatte, falls man ihn doch endlich beseitigen wollte, glitt in seine Hand und in die Brust seiner am Boden liegenden Frau. Wieder und wieder. Fünfzig Mal, Agnus war erstaunt, dass er schon so weit zählen konnte. Erstarrt verfolgte und zählte er, lauschte den sterbenden Lauten seiner Mutter, sah zu, wie ein in Rot getauchtes Monster mit weitem Grinsen von ihrem Körper aufstand und ihm entgegenkam. Wieso er denn so ernst dreinblicke, fragte ihn das Monster, wieso er denn nicht lächeln würde. Wieso er denn nicht lächeln könne. Der Körper des Jungen gehorchte nicht. Na gut, dann werde er ihm eben ein Grinsen ins Gesicht malen, gackerte das Monster, packte ihn und legte den blitzenden Stahl an seinem Mundwinkel an. Unter unmenschlichen Schreien und genüsslichem Dahinschneiden wurde dem Jungen ein dauerhaftes Lächeln auf der linken Gesichtshälfte geschenkt.
Als er mit der ersten Seite fertig war, lehnte sich das Monster etwas zurück und begutachtete sein Werk, lachte dann zufrieden, wollte sein Kunstwerk wieder packen und weitermachen. Doch hatte Jupiter den Jungen Agnus zu seiner Geburt doch seine Kraft kosten lassen und Mars hatte ihn ehrgeizig gemacht. Ehrgeizig zu überleben. Mit Zeige und Mittelfinger an beiden Händen stach der Siebenjährige dem Monster mit all seiner Kraft in die Augen. Das zuckte überrascht und schmerzerfüllt zusammen und ließ das Werkzeug fallen, durch das Glück der Venus genau vor seine Füße.
Als die drei Polizisten wenig später eintrafen, gerufen von einem Nachbar, der sich über den Lärm echauffiert hatte, traten sie von den Straßen Las Camps direkt in die Hölle. Einer übergab sich an Ort und Stelle und fiel in Ohnmacht, ein anderer quittierte einige Wochen darauf den Dienst und fing das Gärtnern an, wo er sogar an Wettbewerben teilnahm und einige Preise gewann, besonders seine Blumengestecke fanden allgemeines Aufsehen.
Aber der metallische Gestank, das schmatzende Geräusch der Schuhe, die in die getrocknete Pfütze getreten waren, der durch unzählige Stiche aufgerissene Brustkorb der Frau, der aussah wie ein in eine rote Leere führendes Maul, das bewusstlose Kind, deren linkes Gesicht grauenhaft entstellt war über und über mit dem Blut des Mannes bespritzt, der wenige Meter entfernt lag, die Spuren am Boden davon zeugend, dass er wild gekämpft hatte, während der Saft aus seinem Hals hervorgeschossen war; das konnten auch nicht Orchideen, Hyazinthen und Lilien vergessen machen. Einige Zeit nach seinem letzten Preis fand man den Gärtner dann in seiner Laube, erhängt über seinen so wunderschön arrangierten Blumengestecken. Zumindest kein Blut. Trotzdem Schade.
 
Apropos Lilien. Was war mit Lilly geschehen? Nun, sie verlässt die Geschichte hier, zumindest körperlich, denn wie Agnus nach seinem Erwachen erfahren würde, wurde neben ihm und den Leichen seiner Eltern keine weitere Person im Haus gefunden. Ihr Verbleib wurde zu einem Mysterium für Agnus, dem er sich noch lange Jahre widmete. Er malte sich aus, dass sie von Mitgliedern der Belsantos oder sogar Piraten entführt worden war oder vielleicht auch von einer Familie aufgenommen wurde, die ihr die Liebe gaben, die sie verdiente. Jahre später aber entschied er letztendlich für sich selbst, dass sie vermutlich kurze Zeit später in der Gosse oder verirrt im Wald gestorben war.
Die Wahrheit befindet sich irgendwo dazischen. Das kleine Mädchen, dass mitangesehen hatte, was ihr Vater tat, wandelte seelenlos durch die Straßen, ihr Geist abgeschottet von der Realität, wo eine kleine Gruppe Piraten das Mädchen fanden, mitnahmen und später als Sklavenmädchen weiterverkauften. Natürlich war sie noch zu jung, doch der Mensch ist dem Mensch ein Wolf. Nachdem die Insel, auf der sie gelandet war, Jahre später von den Revolutionären eingenommen und die Sklaven befreit wurden, war jede Erinnerung an ihr früheres Leben verschwunden, auch die Ärzte der Revolutionsarmee konnten ihr Trauma nicht behandeln. Heute verbringt sie die meiste Zeit alleine im Garten, überwacht von einigen Pflegern, die darauf hoffen, dass zumindest ihre Sprache irgendwann einmal zurückkehrt.
 
Agnus hingegen erwachte wenige Zeit später im Krankenhaus der Stadt wieder. Zumindest ein Teil von ihm, denn derselbe siebenjährige Junge war er nie wieder und das nicht nur wegen dem ewigen Lächeln auf seinem Gesicht. Und auch nicht wegen den fast weißen Haaren und rötlicher gewordenen Augen, welche die Ärzte auf den gewaltigen Schockzustand zurückführten. Nein, es würde noch eine Zeit dauern, aber der Aszendent Skorpion verblasste und mit ihm Neugier und Einfühlsamkeit. Agnus wurde der erste kurze Blick auf seine Rolle im Stück gezeigt und der gepflanzte Samen spross mit diesem Dünger schnell.
 
Ohne verbleibende Familie, die letzte Großmutter war vor kurzem verstorben, kam der Junge in ein Waisenhaus und besuchte in ihrem Rahmen auch weiterhin eine Schule, doch das zuvor schon durch missbrauch zurückgezogene Kind verschloss sich vollends und sprach nicht mehr. Keiner der Lehrer oder Betreuer sagte etwas oder versuchte es zu ändern, insgeheim hatte jeder ein mulmiges Gefühl, wenn er den entstellten Jungen mit den roten Augen ansah, der seinem Vater ein Messer in die Kehle gestoßen hatte. Und wie es bei Kindern so ist, verwandelt sich Angst schnell in Hass; die anderen Waisen und Schulkinder wechselten sich damit ab, Agnus zu hänseln und zu verprügeln. Der ließ all das über sich ergehen; ihre Schläge waren schwach im Vergleich zum Griff des Monsters.

Die Zeit verging und der Junge wuchs heran, verließ schließlich das Waisenhaus in Las Camp, da ihn die Betreuer nicht mehr dort haben wollte und wurde im Laufe von drei Jahren in vier weitere Häuser verschoben. Wie eine leere Hülle verhielt er sich, machte ausdruckslos, worum er gebeten wurde, lernte, was er sollte, aß, was ihm vorgesetzt wurde. In seiner Freizeit saß er alleine, keiner der anderen Kinder wollte sich ihm nähern, sie kannten die Geschichten und sein Aussehen schreckte sie genauso ab, wie es die Erzieher tat. Also saß er alleine und wenn er nicht regungslos an die Decke starrte, so starrte er aus der Ferne auf die anderen, hörte ihren Geschichten zu und analysierte ihr Verhalten, als wären sie eine andere Rasse. Es dauerte nicht lange und Agnus konnte die Kinder und Erwachsenen lesen wie die Schulbücher, wusste, wann sie etwas verheimlichten, wann sie logen und manchmal, was ihre nächsten Handlungen waren. Vielleicht war es die Abwesenheit eigener Gefühle, die ihn so gut die der anderen erkennen ließ, diese Fähigkeit verfeinerte er Zeit seines Aufenthalts in den Waisenhäusern, bis er immer schon mit gepackten Koffern darauf wartete, dass ihm die Nachricht seiner Versetzung mitgeteilt wurde und sie würde ein wichtiger Teil des Hakis sein, das sich Agnus in Zukunft erarbeitete. 
Dann passte der nächste Zufall an seinen Platz des Puzzles. Eine offengelassene Akte des Jungen auf dem Tisch eines Rektors ließ die Augen von Richard Dawn, dem Leiter eines privaten Waisenhauses für besondere Fälle, aufmerksam werden. Einige Tage später schon begrüßte dieser wichtige Schlüsselstein den Jungen an der Pforte seines Anwesens auf der Insel Port Brink.
Zum ersten Mal seit Jahren packte Agnus das Staunen und ein wenig Neugier, als er die Villa betrachtete, die gewaltige Grünanlage, die Bediensteten, die alle paar Meter aufgestaffelt waren und sich um jeden Meter zu kümmern schienen. Auch seine neuen Brüder und Schwestern waren völlig anders als in all den Waisenhäusern zuvor; jeder von ihnen war besonders und er nun nur mehr jemand unter vielen. Sie waren von jeglicher Rasse, sogar ein Riesenjunge war unter ihnen. Manche hatten schon in jungen Jahren Teufelsfrüchte gegessen und besaßen wunderliche Fähigkeiten, andere schienen den Narben nach ebenfalls aus ähnlichen Situationen wie Agnus zu kommen. Sie waren Bettler, Bastarde von Weltaristokraten, auf Schiffen großgewordene Piratenkinder. Und hier waren sie Familie.
Eine wundersame Verwandlung fand statt; der zuvor so zurückhaltende Junge öffnete sich wieder, ließ die anderen an sich heran, fing auch wieder mit der anderen Hälfte des Gesichts an zu lächeln. Besonders mit dem Riesenjungen Berdo, der trotz seiner Größe nicht der Stärkste oder Schnellste war, und dem Langbeinmädchen Niji freundete er sich an.
Dieses glückliche Intermezzo hielt einige Jahre. Sie wurden von Privatlehrern unterrichtet und jedem ein auf ihn abgestimmten Fitnessplan zusammengestellt, der sie mehrere Stunden täglich forderte. Auf Sport legte Richard Dawn viel Wert, wie er den Kindern immer wieder erzählte, war er einmal ein großer Triathlet, doch beim Versuch, den Rivers Mountain hinaufzuschwimmen, hatte ein gewaltiger Fisch ihn gepackt und so schwer verletzt, dass er danach den Sport aufgeben musste. Agnus liebte diese Geschichten Richards, der viel unterwegs war, um neue Kinder für das Waisenhaus zu finden, denn die Adoptionsraten waren ausgezeichnet, jeder der älteren Kinder wurde irgendwann zwischen 13 und 14 Jahren adoptiert. Für Agnus wurde der alte Mann mit seinem langen weißen Haar, dem gezwirbelten Schnauzer und der liebe zu Kordanzügen zur neuen Vaterfigur, Markus war längst verdrängt, einzig die Gestalt des Monsters tauchte hin und wieder in seinen Alpträumen auf.

Doch kommen wir zu jenem Tag. Als Agnus 13 wurde und er spürte, dass sich auch seine Zeit im Waisenhaus dem Ende neigen würde, befiel ihn eine dumpfe Traurigkeit. Er war nirgendwo glücklicher gewesen als an diesem Ort, die Lehrer bescheinigten ihm eine ausgeprägte Genialität in einer verschiedenen Fächern und seine körperliche Ausdauer und Stärke konnten es in diesem Alter schon spielend leicht mit einem ausgewachsenen Mann aufnehmen. Er war derart begabt, dass ihm Spezialtraining zukam und ein ehemaliger Flottenadmiral engagiert wurde, der ihm die Geheimnisse des Hakis beibrachte.

Auch die Spaziergänge und Unterhaltungen mit Richard und das herumtollen mit Berdo, Niji war vor einem halben Jahr adoptiert worden, würde er vermissen. An jenem Tag nun wollte er zu Richard. Er hatte lange nachgedacht und war zum Entschluss gekommen, er wolle nicht adoptiert werden; vielleicht konnte er im Waisenhaus aushelfen, die Jüngsten unterrichten oder sie trainieren. Als er in den langen Korridor zum Büro einbog, kam ihm die Köchin Nana entgegen. Auf sein Fragen hin sagt sie ihm, dass Berdo heute adoptiert worden war und Richard ihn zum Schiff brachte.
Agnus wurde natürlich bleich; er hatte sich nicht einmal von seinem besten Freund verabschieden können. Zwar war es ihnen strikt untersagt, das Anwesen zu verlassen, aber er hatte mit seinen Freunden in den Jahren einige Stellen auf dem Gelände gefunden, an denen sie unbemerkt ausbüchsen konnten und das auch öfter getan hatten.
Bald darauf rannte er also im Dauerlauf die Straße entlang zum kleinen Hafen, an dem er vor einigen Jahren angekommen war.
Das erste mulmige Gefühl kam in der Sekunde, in der er das riesige Schiff am Steg liegen sah und nicht nur den kleinen Zweimaster. Auf den Segeln ragte groß das Symbol der Weltregierung, er hatte sie noch nie selbst gesehen, aber genug über sie gelesen.
Nur, so dachte er in diesem Moment, hatte er nicht gewusst, dass sie Waisenkinder adoptierten. Ach, wie unschuldig der Geist eines Kindes doch sein kann! Die Kutsche stand bereits am Kai, Berdo und Richard mussten also schon am Schiff sein, aber Agnus war sich sicher, dass Richard darüber hinwegsehen würde, dass er hergekommen war, immerhin war Berdo sein bester Freund.
Trotzdem; irgendein Gefühl war da, das er viele Jahre nicht mehr gekannt hatte, aus der Zeit kommend, wenn das Öffnen der Haustür und der Geruch von Schnaps Gefahr bedeutete: Vorsicht. Also näherte er sich vorerst ohne großen Lärm an das Schiff und hörte sogleich raues Gelächter aus vielen Kehlen und das laute Schluchzen, das nur von einem Riesen stammen konnte. Zum ersten mulmigen Gefühl stieß ein zweites. Nun mehr nur seinen Instinkten folgend, kletterte er ohne große Schwierigkeit die große Ankerkette hinauf und spähte langsam über die Reling.
Dort stand Berdo, ein riesiges Schwert in der Hand, blutig geschlagen und mit Schnitten übersäht, weinend und wild um sich hauend, während er von einer kleinen Gruppe Soldaten attackiert wurde. Daneben saßen auf dem Deck drei Männer; zwei davon waren in weiß gekleidet und ihr Gesicht verdeckten merkwürdige Masken, der dritte war Richard.
Was für ein Reinfall das war, ärgerte sich einer der Maskenmänner. Man habe sich so auf den Riesen gefreut, fügte der andere hinzu. Richard zwirbelte nachdenklich an seinem Schnurbart und entschuldigte sich dann mit einem gequälten Lächeln. Er habe alles versucht, was er konnte, dem Kind sogar Drogen ins Essen gemischt, um ihn stärker zu machen, aber anscheinend war er wohl einfach eine genetische Enttäuschung. Kein Wunder, dass ihn seine Eltern ausgesetzt hatten.
So könne er auf jeden Fall nicht der Sklave eines Himmelsdrachen werden, beschloss der erste Maskenmann. Und der Rest der Weltregierung habe auch kein Interesse an einem Riesen, der für 100 aß und nicht vier Männer im Kampf besiegen konnte.
Richard nickte verstehend. Eine ganz schöne Geldverschwendung habe er da herangezogen, beschwerte er sich, aber manche Risiken zahlten sich nicht aus. Der nächste Junge, den er ihnen bringen würde, wäre aber ein Spitzenkandidat. Sie sollten ihn dem Trainingsprogramm der Cipherpol unterziehen und wenn er das überlebe, würde er einen ausgezeichneten Agenten abgeben, versprach er. Er habe sogar schon einen Mann getötet und das als Siebenjähriger. Man müsse ihm nur auch so eine Maske vor das Gesicht setzen, damit man nicht immer dessen hässliches Gesicht betrachte.
Agnus gefror. Wie vor einem Leben, als das Monster vor ihm aufragte, gefror er und konnte nur mehr zuschauen. Zuschauen, wie einer der beiden Maskenmänner aufstand, sich dem Riesenjungen zuwandte, der inzwischen das Schwert fallengelassen hatte und sich mit Händen und Füßen gegen die Soldaten wehrte und zutrat, so schnell, dass er es kaum erkennen konnte. Augenblicklich hörte das Weinen Berdos auf. Aus dem Augenwinkel konnte Agnus etwas Großes, Schweres ausmachen, was von den Schultern des Riesen mit schmatzendem Geräusch auf das Deck fiel, während der Körper nach hinten umkippte. Sie würden in einer Woche zurückkommen und den Jungen mitnehmen, sagte der Maskenmann, ohne sich umzudrehen. Richard zwirbelte erneut den Bart. Hundertmillionen Berry. Die Maskenmänner nickten synchron. Richard stand auf.
Von Ohnmacht gefüllt, ließ sich der Junge nur mehr fallen, er spürte den Aufprall auf der Wasseroberfläche und hielt die Luft an. Das Monster war zurückgekehrt.
 
Fünf Tage vergingen und das Leben im Waisenhaus ging wie gewohnt seinen Gang. Nur das von Agnus war stehen geblieben, doch niemand würde etwas mitbekommen. Er aß, lernte, trainierte, seine Stille begründete man mit der Adoption von Berdos und ließ ihm etwas Zeit. Richard kam schließlich zu ihm und offenbarte ihn, dass man ihn in zwei Tagen adoptieren würde, eine wirklich nette Familie von einer Insel nicht weit von hier, die ihn noch mehr lieben würden, als er es sich vorstellen könne. Agnus nickte langsam, ohne eine Gefühlsregung im Gesicht, nur dass er auf seine Zähne biss ließ sich von Links erkennen. Dann drehte er sich um, sah dem Monster ins Gesicht. Doch dieses Mal war es einfach nur Richard Dawn, der Mann, der ihm ein zuhause gegeben hatte. Wie schwer so etwas sein muss, auf diese Weise erwachsen zu werden!
„Glaubst du an Schicksal?“
„Wie meinst du das, Agnus?“
„Glaubst du daran, dass dein Leben schon vorgeschrieben ist und egal, was du getan oder versuchst hättest, du doch hier gelandet wärst und mit mir dieses Gespräch führen würdest?“
„Hmm. Das ist eine sehr interessante Frage, habt ihr das im Unterricht besprochen?“
„…“
„Nun, ich glaube, unsere Taten sind das, was uns ausmacht und ob diese vorherbestimmt sind oder nicht, scheint mir nicht wichtig. Ich selbst habe mich immer wohl beim Gedanken gefühlt, dass ein Gott irgendwo da oben steht und über mich wacht, mich so gemacht hat, wie ich bin, aber mit der Möglichkeit, selbst zu entscheiden, auch wenn er bereits weiß, wie ich mich entscheiden werde. Ist das nicht dennoch meine Entscheidung?
„Nein.“
„Haha. Ok, Schlaumeier, was denkst du?“
„Wir haben keine Wahl. Der erste Stoß hat alles Begonnen und seitdem kann es niemand aufhalten. Und wenn all das ewig weitergeht, werden wir eines Tages wieder beide hier sitzen und genau diese Unterhaltung führen.“
„Und wenn nichts unsere Entscheidung ist, ist dann noch irgendwas unsere Schuld? Unsere Verantwortung?“
Agnus stand bei diesen Worten auf.
„Vielleicht braucht man dafür Gott. Damit irgendjemand Schuld hat.“
 
In der Nacht schlich sich eine schwarze Gestalt von Zimmer zu Zimmer und weckte jedes Kind. Als er alle geweckt hatte, brachte Agnus sie in den Speiseraum, wo sie sich verträumt die Augen rieben. Sie alle würden heute Nacht diese Insel verlassen, verkündete er ihnen in den Schatten stehend und erzählte ihnen dann allen, was er vor einigen Tagen gesehen hatte. Keiner wollte es so recht glauben, die etwas älteren Kinder wurden ernst, die jüngeren fingen an zu weinen. Sie würden das Schiff nehmen, die älteren könnten es steuern und würden fliehen, am besten auf die Grand Line, die Weltregierung würde sie nicht so einfach gehen lassen.
Doch kann man es den Kindern verdenken? Plötzlich in der Nacht geweckt, ihre Heimat verlassen zu sollen, dass alles, was sie dachten, zu wissen, eine Lüge war? Nur wenige waren überzeugt, doch Agnus ließ etwas auf den Esstisch fallen und zu ihnen ins Licht rollen. Weiße Haare rauschten umher, ein gezwirbelter Bart drehte sich, glasige Augen sahen auf und ab, während er selbst aus der Dunkelheit stieg.
„Es gibt keinen Weg zurück,“ offenbarte er ihnen, jegliches Gefühl, das er über Jahre wieder aufgebaut hatte, war aus seiner Stimme verschwunden, seine roten Augen leuchteten und ergänzten das getrocknete Blut in seinem Gesicht. Das Messer in seiner Hand blitzte im durch die Fenster scheinenden Mondlicht.
Nun dauerte es nur wenige Sekunden, bis die Kinder am Eingang der Villa standen, viele kreischten und rannten in die Nacht hinaus.
Keiner der Bediensteten sah mehr nach dem Rechten. In wenigen Augenblicken war alles still. Nur Agnus war noch da, setzte sich auf die Stufen des Eingangs und wartete. In seinem Kopf hatte er sich eine Antwort zurechtgelegt, falls ihn eines der Kinder gefragt hätte, warum er denn nicht mitkommen würde, aber er hatte gewusst, dass das niemand mehr tun würde. Sie alle wussten es; dass er genau das Monster geworden war, das er schon immer hätte werden sollen.
 
Als einen Tag darauf die Männer der Weltregierung die Auffahrt hinaufkamen, an der Spitze die beiden maskierten Männer, fanden sie nur einen einzigen Jungen und ein Haus voller Stille und metallischem Geruch vor. Der Junge sprach kein Wort, folgte ihnen ohne Widerspruch auf das Schiff und begann kurz darauf das Training zum Agenten der Cipherpol. Der Vorfall auf Port Brink wurde von der Weltregierung nie wieder erwähnt und Agnus fragte nie nach, was mit den restlichen Kindern geschehen war.
Richard behielt Recht; der Junge eignete sich hervorragend zur Agentenausbildung, jede Züchtigung ließ er stoisch über sich ergehen, jeder Misserfolg unterlief ihm nur ein einziges Mal, keiner der anderen Auszubildenden, die zur selben Zeit anfingen, konnten mit ihm mithalten und wenige Zeit später überholte er auch ältere Mitglieder.
Wer genau es war, ist unklar, doch zu dieser Zeit reifte der Spitzname „Smile“ heran, zuerst als spöttische Bemerkung für den jungen Mann, dessen eine Hälfte nie und die andere unfreiwillig immer lächelte, später dann fast ehrfürchtig verwendet. Smile selbst nahm den Spitznamen sofort an, für ihn gab es wohl keinen treffenderen Namen, um seine Lebensgeschichte zu erklären.
Smile hatte seine Ausbildung abgeschlossen und war mit nur 16 Jahren zum Agenten ernannt worden. Es war klar, dass es kaum einen besseren Kandidaten für die Cipherpol geben würde und so wurde er im Anschluss fast augenblicklich in das nächste Spezialtraining eingeführt: Das Training um die geheime Formel 6. Ein ganzes Jahr verging, bis der völlig zerschundene Körper von Smile begann, zu härten und eine schwache Form des Eisenpanzers erwachte. Für zwei weitere Techniken trainierte er über ein weiteres Jahr, doch weder die Rasur noch die Fingerpistole wollten ihm gelingen.
 
Eine letzte Episode braucht es noch, um zu verstehen, wie der Same zu dem Baum werden konnte, der er jetzt ist. Eine Szene, die schon in der letzten Unterhaltung mit Richard wurzelt und die so dringend für Agnus Day nötig ist, etwas, das ihm eine Entschuldigung dafür gibt, dass er ist, wer er ist.
Einer seiner ersten strenggeheimen Aufträge führte ihn auf die kleine Insel Las Cruces im North Blue, auf der sich eine Gruppe Wissenschaftler verstecken sollte, die auf der Flucht vor der Weltregierung waren, nachdem sie ihre Forschung an Piraten verkauft hatten. Der Großteil des Geschehens ist hier völlig uninteressant, der Infiltrationsprozess, die peinlichen Befragungen, der Kampf. Wichtig ist nur die Ausgangslage jener Unterhaltung zwischen Smile und Pater Ernesto Cruces. Nachdem die Forscher ausfindig gemacht wurden, sendeten sie einen Hilferuf per Teleschnecke. Die Piratenbande, die von den Forschungen der Wissenschaftler profitierten, wollten diese also nicht der Weltregierung kampflos überlassen und als sie merkten, dass eine Rettung ein zu großes Risiko war, begnügten sie sich damit, das gesamte Dorf mit ihren fünf Schiffen zu bombardieren, um zu verhindern, dass die Wissenschaftler ihre Forschungen der Weltregierung übergaben. Sie waren erfolgreich, gleich die ersten Salven zerstörten ihren Unterschlupf, in der sie sich gerade zusammen mit Smile und seinen Leuten befand und brachte all mit Ausnahme von Smile um. Er konnte sich in die Kirche des örtlichen Priesters, Pater Ernesto Cruces, retten, doch auch sie wurde unter Beschuss genommen und unter einem Hagel an Trümmern wurde der Pater von einem Balken getroffen, der sich in seinen Bauch bohrte, während Smile mit etlichen Fleischwunden und dem Zerbrechen seiner Maske davonkam.
Als diese beiden Individuen, deren Lebenswege nicht unterschiedlicher hätten verlaufen können, sich gegenüberstanden oder eher einer stand und der andere in seinem Blut dalag, im Wissen, dass das Herausziehen des Holzes ihn nur noch schneller töten würde, musterten sie sich.
Smile konnte die Kirche nicht verlassen, der Beschuss hatte noch nicht geendet, also war es das Klügste, zu warten und diesem Mann beim Sterben zuzusehen. Nicht, dass es ihn kümmern würde.
Pater Ernesto jedoch sah den lädierten Mann vor sich, die weißen Haare, die tiefroten Augen, die Narben, die unter der zerrissenen Kleidung hervorlugten und die gewaltige Wunde an seiner linken Wange – und er sah keinen eiskalten Killer, keine regierungsgesteuerte Mördermaschine. Er empfand Mitleid für diesen Mann.
„Du hast Schmerzen, mein Sohn.“
„…“
Der Pater hustete.
„Ist schon in Ordnung. Du musst nicht reden, ich sehe es in deinen Augen.“
„…“
Und dann fing der Pater an zu reden. Wenn Smile nicht redete, dann hatte er nichts anderes zu tun, denn so eine Bauchwunde ist unbehandelt fast immer tödlich, aber der Betroffene hat meist noch viele Stunden der Qualen vor sich, bevor er sein Leben aushauchen darf. Also erzählte er von seinem Leben, seiner Kindheit als Sohn eines Marine-Hauptmanns, seiner Entscheidung nach einem schicksalshaften Tag, nicht dem Vater in das Militär zu folgen, sondern sich Gott zu verschreiben und ihm zu dienen. Von den fast vierzig Jahren, die er nun schon Pater auf der Insel war, den Menschen, die er getroffen und belehrt hatte oder von denen er belehrt worden war. Sogar von dem einen Mal erzählte er, als er ein kurzes Verhältnis mit einem Messdiener hatte, etwas, worum er bis zum heutigen Tage um Vergebung bat.
Smile –zuerst stehend, dann sitzend– hörte sich alles stillschweigend für über eine Stunde an, während draußen das Trommelfeuer der Kanonen langsam erstummte, bis Ernesto langsam schwerfälliger wurde, vor Schmerzen zu ächzen begann und ihm der Schweiß ausbrach.
„Zu welchem Gott betest du?“
„Es gibt nur den einen, mein Sohn.“
„Auf jeder Insel treffe ich einen neuen Glauben, Kriegsgötter, Fruchtbarkeitsgötter, gottgewordene Menschen, menschgewordene Götter.“
„Sie alle sind nur Teil des einen Gottes.“
„… Wieso bereust du es?“
„Bereue ich was?“
„Das mit dem Messdiener. Wenn Gott dich erschaffen hat, wusste er dann nicht, was passieren würde?“
„Ja, das stimmt. Er erschuf uns alle mit freiem Willen, aber er weiß, wie wir uns entscheiden werden. Trotzdem können wir um Verzeihung bitten und Buße tun, denn nur weil Gott seinen Plan nicht für mich und meine Taten änderte, heißt nicht, dass ich richtig gehandelt habe.“
„Und wieso stoppt er nicht das hier? All die Unschuldigen, die hier sterben…
Wieso stoppt er nicht mich?“
„Weil Leid und Schmerz zum Leben gehören. Nur durch sie wächst man.
„Keiner von ihnen wächst mehr.“
„Ich meinte auch nicht sie, sondern dich. Es gibt einen Grund, wieso Gott dir all das auferlegt hat, wieso du der geworden bist, der du bist. Es gibt einen Plan, mein Sohn.
„Du solltest mich nicht Sohn nennen. Beide Männer, die so taten, als wären sie mein Vater, habe ich getötet.“
„Na dann ist es gut, dass ich bereits tot bin. Was ich damit sagen will, ist…
Was die beiden nicht bemerkt hatten, während sie in ihr Gespräch vertieft waren, war, dass die Kanonen verstummt waren. So kam es überraschend, dass just in diesem Augenblick das Tor der Kirch aufgerissen wurde und drei Piraten hereinstürmten, die Smile schnell an seiner Kleidung erkannten und das Feuer eröffneten. Smile löste sich in Luft auf.
Die Piraten schauten verdutzt und blinzelten mit den Augen. Dann sackten alle drei fast gleichzeitig zu Boden. Smile stand hinter ihnen, der Zeigefinder ausgestreckt, der weiße Handschuh blutig. Zum ersten Mal waren ihm die beiden Techniken anständig gelungen. Er sah zum Pater rüber, den zwei der Kugeln in die Brust getroffen hatten. Natürlich hätte er auch ohne sie nicht mehr lange durchgehalten, dennoch lächelte er noch einmal in Smiles Richtung:
Was ich damit sagen will, ist, dass du nicht ver-verzagen sollst. Alles, wa-was geschieht, geschieht aus einem G-grund. Solange du im W-wissen han-handelst , dass…, dass Gott dich kennt und d-d-du für deine Sünden um Ver-ver-vergebun biddes, wird sssich irgnwnn Go-Gottes Blan dseign…“
Der Mann wurde leiser und lag dann still, die Augen wurden glasig, der Brustkorb zitterte nicht mehr. Für ein paar Sekunden spürte Smile ein Zucken im Gesicht. Dann war es vorüber, Smile richtete den Rest, der von seiner Krawatte übriggeblieben war und verließ die Kirche.
 
Es mag nicht nach viel aussehen, doch diese Begegnung änderte Smile, vervollständigte ihn, wenn man so möchte. Er fand in der Religion eine Flucht, eine Ausrede für sich selbst. Irgendwie musste dieser Gott einen Plan haben, wieso er ihn in dieses Leben gedrängt hatte. Vielleicht war er der Einzige, der diese Arbeit tun konnte. Vielleicht war es nur das Vorspiel auf etwas hin, was er noch nicht verstand. Doch egal, was es war, nun hatte er eine Rechtfertigung, dass ein Teil, das hassen konnte, sich selbst hassen konnte, und der andere unbeirrt weitermachte. Solange er für das um Vergebung bat, was er im Namen dieses Gottes tat, würde dieser ihm vergeben.
Als kleinen Ausgleich fing er auch damit an, seinen Opfern eine letzte Beichte anzubieten, denn auch wenn es seine Aufgabe war, die er niemals vernachlässigte, so hatte er das Gefühl, dass wenn ihm Vergebung zustand, sie auch jedem zustehen musste.
 
Hier endet der wichtigste Teil der Geschichte.
Natürlich könnte man noch ein wenig berichten, was danach geschehen ist, doch ich bin sicher, die meisten kennen Geschichten. Etwa von der Insel Escargot, auf dem die Leichname aller Bandenmitglieder der Binelly-Familie gefunden wurden, ohne die Spur eines großen Kampfes oder der Vorfall der Geisterbarken, als drei Piratenschiffe auf dem Meer gefunden wurden, den Anker geworfen und keine Spur eines einzigen Mitglieds.
Doch die meisten Aufträge, in die Smile verstrickt ist, werden nie ans Tageslicht kommen, es sei denn Smile selbst würde sie erzählen.
Und darauf kann man, so wahr Gott uns helfe, lange warten.
 
 

      


      
Organisatorisches

      


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Der Captain eines der Bilder leicht modifiziert, um zum Charakter zu passen
Das Bild mit Maske ist selbstgemacht

      Herkunft der Avatarfigur(en):
Ohne Maske: Hellsing 
Mit Maske: Nach einem Vorbild aus One Piece


      Verbleib des Steckbriefes: 
Bei Verlassen des Forums löschen.
      


      
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Zuletzt von Agnus am Fr 16 Aug 2019 - 4:22 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Sira
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BeitragThema: Re: Smile (Agnus Day)
Smile (Agnus Day) Icon_minitime1Mo 29 Jul 2019 - 21:58
#262912

Moin Agnus,

Ich kümmere mich um deine Erstbewertung. Im Großen und Ganzen ist die BW schon recht solide, es sind daher nicht viele Bereiche, die Bearbeitung benötigen. Die größte Baustelle wird wahrscheinlich die Geschichte sein, aber im Grunde fehlen dort auch nur mal mehr, mal weniger viele Details :)

1. Avatar/ Bilder:
Leider gibt es ein kleines Problem mit deinem gewählten Bild auf dem man Agnus mit Maske sieht. Du gibst zwar an, dass es nach einer Vorlage auf One Piece gemacht wurde, jedoch ist es ziemlich deutlich wer als Vorlage gedient hat. Denn abgesehen von den Farben und Gesichtsausdruck der Maske sind sie sich zum Verwechseln ähnlich. Wir erlauben aber keine Avatare aus One Piece. Auch nicht, wenn diese bearbeitet wurden. Deswegen müsstest du dir leider ein anderes Bild aussuchen, das seine Maske zeigt, oder die Figur so zeichnen, dass sie nicht problemlos mit einer Originalfigur identifiziert werden kann. Du musst aber nicht zwingend ein Maskenbild haben, falls du kein anderes passendes findest.

2. Stärken und Schwächen:
Ich muss bei der Schwäche „Nicht geübt im Kampf mit Waffen“ nachharken. Meist du damit, dass er selber keine Waffen nutzen kann oder dass er Probleme mit Waffennutzern hat? Erstes kann ich so nicht gelten lassen, da er eh keine Waffen zum Kämpfen nutzt. Du könntest es aber zum Beispiel darauf auslegen, dass er deswegen einen Nachteil im Fernkampf hat. Falls es sich auf Waffennutzer bezieht, ist es in Ordnung. Dann wäre es nur praktisch wenn du es auch so konkretisieren könntest.

Du gibst unter „Waffen“ an, dass seine Ausdauer, Athletik, Kraft und Agilität über dem eines normalen Menschen liegen. Wenn das jedoch so sein soll, müsstest du diese als einzelne Stärken auflisten. Denn alles was du nicht als Stärke auflistest, ist nur so gut wie bei einem durchschnittlichen Menschen. Im Kampfverhalten gibst du auch an, dass er mehrere Kampfkünste beherrscht und weiß wo die Druckpunkte des Körpers liegen. Dies wären auch zwei Aspekte, die du als Stärke auflisten müsstest. Dabei musst du nur bedenken, dass du für jede neue körperlich/ kämpferische Stärke, eine weitere körperlich oder kämpferische Schwäche ergänzen musst. Von dem, was du bisher in den Kampfdaten angibst, würden dir noch sechs Schwächen fehlen.

3. Angriffstechniken:
Smile beherrscht die Fingerpistole nur mittelmäßig. Fliegende Fingerpistolen sind auf dem Niveau jedoch noch nicht möglich. Du müsstest daher den Angriff „Tobu Shigan“ anpassen.

4. Vergangenheit:
Zitat :
Doch das Warum ist viel tragischer und lässt sich nur erklären, wenn man ein wenig weiter ausholt, den in den Schatten stehenden Vater Marcus Day in das Zentrum des Geschehens schiebt und die Geschichte des West Blues kennt. Seit langer Zeit ist dieser nämlich für seine kriminellen Organisationen bekannt und den Unterweltfamilien, die sich die Inseln in ihrer Herrschaft untereinander aufteilen. Kaum ein Bürger dieses Blues arbeitet Zeit seines Lebens nicht auf irgendeine Weise direkt oder indirekt für eine dieser Familien und Marcus Day war dabei keine Ausnahme.
Ich glaube das übernimmst du aus dem Manga? Das trifft auf unser Setting nur nicht zu. Du müsstest es daher anpassen. Gerne kann Agnus Heimat und ein, zwei andere ausgedachte Inseln unter der Kontrolle krimineller Organisationen stehen. Aber das ganze West Blue kann nicht von wenigen Unterweltfamilien kontrolliert werden.

Du erzählst zu Beginn sehr viel über den Vater und die Mutter, doch wie sah denn überhaupt Agnus Leben in den ersten 5 Jahren aus? Unternahm er viel mit seiner Mutter? Spielte er gerne mit seiner Schwester? Hatte er viele Freunde? Durfte er ohne Aufsicht draußen spielen oder musste er immer unter dem wachsamen Auge seiner Mutter bleiben? Wie fand er es seinen Vater so lange nicht zu sehen? Viel muss es nicht sein, aber ein grober Einblick in Agnus Alltag sollte vorhanden sein.

Agnus muss nicht wissen was mit seiner Schwester gesehen ist, da die Geschichte aber allwissend ist, solltest du es schon angeben, damit es im Nachhinein keine bösen Überraschungen geben kann.

Wie verlief denn Agnus Leben abseits des Mobbings in den 3 Jahren wo er zwischen den Waisenhäusern hin und her geschoben wurde? Verhielt er sich ruhig? Versuchte er sich einzuleben? Setzte er sich einfach in die Ecke und starrte den ganzen Tag an die Wand? Steckte er seine Nase in Schulbücher, suchte er sich Hobbys oder irgendwas anderes womit er die Zeit totschlagen konnte? Wie sah also sein Alltag aus? Viel muss es nicht werden, es sollte nur einen kleinen Einblick liefern.

Wie sah Agnus Fitnesplan während seiner Zeit im Waisenhaus von Richard Dawn denn überhaupt aus? Wie steigerte er seine körperliche Ausdauer und Stärke, sodass er schon mit 13 Jahren es mit Erwachsenen aufnehmen könnte?
Wie sah sein Hakitraining aus? Also wie wurde es ihm beigebrachte und welche Fortschritte machte er? Sein Haki erwähnst du nach seiner Zeit bei Dawn nicht wieder, weshalb es schon ziemlich wichtig wäre, dass du beschreibst wie er die Beherrschung erlangte, mit der dann auch ins Ingame einsteigt. Oder du erwähnst es im weiteren Geschichtsverlauf erneut, um so die Steigerung/ seinen Fortschritt zu zeigen.

Bringt Agnus alle Erwachsene aus dem Dawn Waisenhaus um? Wenn ich es richtig verstanden habe, muss ich nachharken ob das nur normale Zivilisten waren. Denn wenn sie extra abgestellt worden waren, um Ausreißer abzuhalten und vielleicht sogar selber Kampferfahrungen besitzen, sollte ein einziges Kind nicht in der Lage sein alle mühelos zu töten. Er mag talentiert sein, aber er ist nur ein Kind und muss noch Raum zum Entwickeln haben. Wenn sie nur 0815 Erzieher sind, wäre es wiederum nicht so heftig.

Wie sah Agnus Ausbildung zum Agenten überhaupt aus? Wo wurde er ausgebildet? Was musste er lernen? Wie musste er es lernen? Hatte er nur Kampftraining? Bekam er auch theoretische Fächer? Hatte er auch Fächer, in denen er schlecht war? Du schreibst zwar, dass er den Spitznamen "Smile" verpasst bekam, doch wie verstand er sich allgemein mit den anderen Auszubildenden?

Wie wurde ihm der Eisenpanzer beigebracht? Welche Methoden wurden dafür angewandt?

Zitat :
Der Großteil des Geschehens ist hier völlig uninteressant, der Infiltrationsprozess, die peinlichen Befragungen, der Kampf.
Eigentlich ist das sogar ziemlich wichtig. Agnus kann nicht lügen, sich verstellen oder schauspielern. Wie konnte er dann erfolgreich die Wissenschaftler infiltrieren oder stürmte er sie mit Gewalt und „Infiltrationsprozess“ ist ungünstig gewählt?

Zitat :
Für zwei weitere Techniken trainierte er über ein weiteres Jahr, doch weder die Rasur noch die Fingerpistole wollten ihm gelingen.

[...]

Smile löste sich in Luft auf.
Die Piraten schauten verdutzt und blinzelten mit den Augen. Dann sackten alle drei fast gleichzeitig zu Boden. Smile stand hinter ihnen, der Zeigefinder ausgestreckt, der weiße Handschuh blutig. Zum ersten Mal waren ihm die beiden Techniken anständig gelungen.
Das funktioniert leider so nicht. Die Formel 6 Techniken sind keine „kann nicht“ und „kann“ Schalter, sondern bestehen aus einem stetigen Fortschritt. Da du vor dem Einsatz aber geschrieben hast, dass ihm weder die Rasur noch die Fingerpistole gelingen wollte, wird er die beiden Techniken in der Kirche nicht urplötzlich beherrschen. Agnus muss daher schon Fortschritte gemacht haben, um die beiden Techniken in der Kirche überhaupt einsetzen zu können. Dafür müsstest du aber auch das entsprechende Training beschreiben. Auch solltest du bedenken, dass er die beiden Techniken zu RPG Beginn nur mittelmäßig beherrscht. Das heißt also auch, dass er nicht fehlerlos „unsichtbar“ werden wird, da er ja noch Luft nach oben zum Verbessern braucht.

Zitat :
Hier endet der wichtigste Teil der Geschichte.
Natürlich könnte man noch ein wenig berichten, was danach geschehen ist, doch ich bin sicher, die meisten kennen Geschichten. Etwa von der Insel Escargot, auf dem die Leichname aller Bandenmitglieder der Binelly-Familie gefunden wurden, ohne die Spur eines großen Kampfes oder der Vorfall der Geisterbarken, als drei Piratenschiffe auf dem Meer gefunden wurden, den Anker geworfen und keine Spur eines einzigen Mitglieds.
Doch die meisten Aufträge, in die Smile verstrickt ist, werden nie ans Tageslicht kommen, es sei denn Smile selbst würde sie erzählen.
Und darauf kann man, so wahr Gott uns helfe, lange warten.
Das mag für den Abschluss einer Geschichte sehr spannend und mysteriös wirken, nur sind Hintergrundgeschichten allwissend. Wir vom Staff müssen wissen, was dein Char schon alles erlebt und vollbracht haben soll. Wir wissen ja nicht was auf der Insel Escargot geschehen ist, noch können wir ahnen wie die Piratenschiffe versenkt wurden. Du musst daher die letzten 10 Jahre vor RPG Start beschreiben.
Welche Art Aufträge bekam er? Wo führten die Aufträge ihn hin? Wie führte er seine Aufträge aus? Wie verstand er sich mit Kollegen? Hatte er viele Gruppenmissionen oder reiste er eher alleine? Wie reiste er herum? Wie lange blieb er jeweils an einem Ort? Hatte er auch sowas wie „Urlaub“ oder „Freizeit“? Bedenke bitte immer, dass Agnus als Anfänger startet. Zwar haben Agenten keine Dienstgrade, aber dennoch müssen sie Erfahrungen und Stärke erst im RPG Verlauf erlangen und sollten nicht bereits im Hintergrund ständig und wiederholt extrem brisante und ultrawichtige Solo-Aufträge übertragen bekommen.


Damit wäre ich am Ende der Bewertung. Solltest du Fragen haben, oder falls ein Punkt unklar sein sollte, kannst du mir jederzeit eine PM schicken oder mich auf Discord privat anschreiben. Ansonsten bitte die 4 Bereiche bearbeiten und dich anschließend hier drunter melden, sobald du fertig bist :)

Mfg
Sira
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Smile (Agnus Day)
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